Als Selbstständiger oder Unternehmer treffen Sie mit Ihrem Gewinn oft 42 bis 45 Prozent Grenzsteuersatz, aber Ihr Einkommen schwankt. Beim Musterbeispiel mit 250.000 € Kaufpreis bringt der steuerliche Verlust von 11.400 € bei 42 Prozent rund 4.800 € Erstattung im ersten Jahr, bei 45 Prozent rund 5.100 €. Die Erstattung erreicht Sie nicht über einen Freibetrag, sondern über angepasste Vorauszahlungen, und die Bank will vor der Finanzierung zwei bis drei Jahresabschlüsse sehen.
Selbstständige haben beim Steuerhebel einen doppelten Ausgangspunkt. Der Gewinn erreicht oft die höchsten Steuersätze, und es gibt Gestaltungsspielraum, den Angestellte nicht haben. Gleichzeitig prüfen Banken genauer, und ein schwaches Jahr verändert die Rechnung. Diese Seite zeigt, wie das Musterbeispiel für Sie aussieht und welche Entscheidungen vor dem Kauf zu treffen sind.
Als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Gesellschafter einer Personengesellschaft ist Ihr Gewinn Ihr Einkommen. Ab rund 70.000 € zu versteuerndem Einkommen gilt 2026 der Grenzsteuersatz von 42 Prozent, ab rund 278.000 € der Spitzensatz von 45 Prozent. Als Geschäftsführer einer eigenen GmbH beziehen Sie ein Gehalt, das steuerlich wie bei Angestellten behandelt wird, Ausschüttungen kommen gesondert dazu. Ihren Satz zeigt der Grenzsteuersatz-Rechner, verlässlicher ist der Blick in die letzten drei Steuerbescheide, weil der Gewinn von Jahr zu Jahr abweicht.
Die Erstattung kommt bei Ihnen auf einem anderen Weg als bei Angestellten. Sie zahlen vierteljährliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen, die das Finanzamt aus dem letzten Bescheid ableitet. Den erwarteten Verlust aus Vermietung machen Sie mit einem Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen geltend. Beim Musterbeispiel sinkt jede Vorauszahlung dann um rund 1.200 €, was der monatlichen Wirkung des Freibetrags bei Angestellten entspricht. Am Jahresende gleicht die Steuererklärung ab.
Bei der Finanzierung gelten für Sie andere Nachweise. Die Bank erwartet in der Regel zwei bis drei Jahresabschlüsse oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, die dazugehörigen Steuerbescheide und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie rechnet mit dem Durchschnitt der Jahre, nicht mit dem besten. Weil das Einkommen schwankt, verlangen viele Banken von Selbstständigen etwas mehr Eigenkapital als von Angestellten, je nach Objekt und Bank also über die Kaufnebenkosten von rund 17.500 € hinaus. Wer seinen Gewinn für die Steuer klein rechnet, hat für die Bank wenig vorzuweisen. Dieser Zielkonflikt sollte vor dem Kauf mit dem Steuerberater besprochen werden.
Die wichtigste Grundsatzfrage lautet: privat oder betrieblich? Eine Immobilie im Privatvermögen können Sie nach zehn Jahren steuerfrei verkaufen. Im Betriebsvermögen ist ein Verkauf oder eine Entnahme dagegen immer steuerpflichtig, und wer über eine GmbH kauft, kann den Verlust nicht mit dem privaten Einkommen verrechnen. In der Regel ist das private Halten der klarere Weg. Ob das in Ihrer Konstellation gilt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater. Den Hintergrund erklärt der Ratgeber Immobilie nach 10 Jahren steuerfrei verkaufen.
Das Musterbeispiel: Neubau-Eigentumswohnung für 250.000 €, Gebäudeanteil 200.000 €, Vollfinanzierung mit 4 Prozent Sollzins und 2 Prozent Tilgung, Rate 1.250 € im Monat, Kaltmiete 800 €, Grenzsteuersatz 42 Prozent. Das erste Jahr im realistischen Szenario:
| Jahr 1, realistisch | Betrag |
|---|---|
| Mieteinnahmen (12 × 800 €) | + 9.600 € |
| Zinsen (4 % auf 250.000 €) | − 10.000 € |
| Degressive AfA (5 % auf 200.000 €) | − 10.000 € |
| Nicht umlegbare Kosten | − 1.000 € |
| Steuerliches Ergebnis | − 11.400 € |
| Steuererstattung bei 42 % | ca. 4.800 € |
| Eigenaufwand vor Steuer pro Monat | ca. 535 € |
| Eigenaufwand nach Steuer pro Monat | ca. 135 € |
Bei 45 Prozent steigt die Erstattung auf rund 5.100 €, der Eigenaufwand nach Steuer sinkt auf rund 105 € im Monat. Fällt Ihr Gewinn in einem schwachen Jahr so weit, dass Sie nur noch bei 30 Prozent liegen, bringt derselbe Verlust rund 3.400 €, und der Eigenaufwand steigt in Richtung 250 € im Monat. Über zehn Jahre liegt der Durchschnitt im realistischen Szenario bei rund 210 € im Monat, weil AfA und Zinsanteil sinken. Nach zehn Jahren stehen rund 190.000 € Restschuld einem Wert von rund 290.000 € gegenüber. Alle Werte gerundet, Ihr Szenario rechnet der Steuer-zu-Vermögen-Rechner.
Wie bei jeder Gruppe gilt: Die Immobilie muss ohne Steuereffekt tragbar sein, beim Musterbeispiel rund 535 € im Monat. Die zwölf Fragen der Checkliste gelten für Sie unverändert.
Ob Gewinnverlauf, Eigenkapital und Rechtsform zum Modell passen, prüfen wir im Kapitalanlage-Check, bevor ein Objekt zur Sprache kommt. Die erste Rechnung mit Ihrem Steuersatz liefert der Steuer-zu-Vermögen-Rechner.
30 Minuten, per Video oder Telefon, bundesweit. Sie erhalten Ihre persönliche Rechnung in drei Szenarien. Ob Sie danach weitermachen, entscheiden Sie.
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