Für eine vermietete Immobilie brauchen Sie in der Regel zwei Dinge aus eigenen Mitteln: die Kaufnebenkosten und eine Liquiditätsreserve von drei bis sechs Monatsraten. Beim Musterbeispiel mit 250.000 € Kaufpreis in Niedersachsen sind das 17.500 € Nebenkosten plus 3.750 € bis 7.500 € Reserve, zusammen rund 21.000 € bis 25.000 €. Der Kaufpreis selbst wird bei einer Kapitalanlage sinnvollerweise finanziert, weil die Zinsen absetzbar sind. Mehr Eigenkapital ist nur dann nötig, wenn die Bank es verlangt oder die Rate sonst nicht tragbar wäre.
Die Frage nach dem Eigenkapital wird bei Kapitalanlagen häufig falsch beantwortet, in beide Richtungen: Manche Anbieter versprechen den Einstieg ohne eigenes Geld, manche Berater raten zu 30 Prozent wie beim Eigenheim. Die ehrliche Antwort liegt dazwischen und lässt sich ausrechnen.
Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbucheintrag entstehen beim Kauf und schaffen keinen Wert, den eine Bank beleihen könnte. Deshalb erwarten fast alle Banken, dass diese Kosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Beim Musterbeispiel in Niedersachsen sind das 5 Prozent Grunderwerbsteuer, also 12.500 €, plus rund 2 Prozent für Notar und Grundbuch, also 5.000 €, zusammen 17.500 € oder 7 Prozent des Kaufpreises. Eine Käufercourtage fällt beim Musterbeispiel nicht an, weil Bauconsult vom Verkäufer vergütet wird.
Je nach Bundesland liegen die Nebenkosten in der Regel zwischen 6 und 9 Prozent des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. Kommt eine Käufercourtage hinzu, steigt der Bedarf um weitere 3 bis 4 Prozent. Die genaue Summe für Ihr Bundesland und Ihren Kaufpreis liefert der Kaufnebenkosten-Rechner, die vollständige Liste der Artikel Kaufnebenkosten: Die vollständige Liste nach Bundesland.
Die Nebenkosten sind das Eigenkapital, das die Bank sehen will. Die Reserve ist das Eigenkapital, das Sie selbst brauchen. Sie deckt die Fälle ab, die in jeder ehrlichen Rechnung vorkommen: einen Mieterwechsel mit Leerstand, eine Sonderumlage der Eigentümergemeinschaft, eine Reparatur, die nicht aus der Rücklage bezahlt wird, oder eine Mietminderung. Beim Musterbeispiel liegt die Rate bei 1.250 € im Monat. Drei Raten sind 3.750 €, sechs Raten 7.500 €.
Wie viel davon Sie brauchen, hängt von Ihrer Situation ab. Wer ein stabiles Angestelltengehalt hat, eine gefragte Lage kauft und die Steuererstattung monatlich über einen Freibetrag erhält, kommt in der Regel mit drei Raten aus. Wer selbstständig ist, in einer weniger nachgefragten Lage kauft oder bereits andere Verpflichtungen trägt, sollte sechs Raten vorhalten. Die Reserve liegt auf einem separaten Konto, das nichts mit dem Alltagskonto zu tun hat, und wird nur für die Immobilie angefasst.
Die folgende Tabelle rechnet den Bedarf für drei Kaufpreise mit 7 Prozent Nebenkosten wie in Niedersachsen, 4 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung. In Bundesländern mit 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer liegen die Nebenkosten rund 1,5 Prozentpunkte höher, in Bayern rund 1,5 Prozentpunkte niedriger.
| Kaufpreis | Nebenkosten (7 %) | Rate pro Monat | Reserve (3 bis 6 Raten) | Eigenkapital gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 150.000 € | 10.500 € | 750 € | 2.250 € bis 4.500 € | ca. 13.000 € bis 15.000 € |
| 250.000 € (Musterbeispiel) | 17.500 € | 1.250 € | 3.750 € bis 7.500 € | ca. 21.000 € bis 25.000 € |
| 400.000 € | 28.000 € | 2.000 € | 6.000 € bis 12.000 € | ca. 34.000 € bis 40.000 € |
Die Tabelle zeigt auch, warum der Kaufpreis zur Situation passen muss: Bei 400.000 € liegt allein die Rate bei 2.000 € im Monat, die im Fall eines Leerstands vollständig aus dem eigenen Einkommen kommt. Wer 40.000 € Eigenkapital hat, aber diese Rate nicht drei Monate lang tragen könnte, ist mit einem kleineren Objekt besser beraten.
Die Faustregel „Nebenkosten plus Reserve" gilt für den Standardfall. In drei Situationen ist mehr Eigenkapital sinnvoll oder notwendig.
Eigenkapital muss nicht auf dem Tagesgeldkonto liegen. Banken akzeptieren in der Regel auch andere Werte, wenn sie als Sicherheit dienen oder liquide sind.
Was Eigenkapital nicht ersetzen kann, ist die Reserve. Ein verpfändetes Depot oder eine belastete Grundschuld helfen nicht, wenn im dritten Monat Leerstand die Rate fällig wird. Die Reserve muss liquide sein.
Der Eigenkapitalbedarf für eine Kapitalanlage-Immobilie ist kleiner als beim Eigenheim, aber nicht null. Nebenkosten und Reserve müssen aus eigenen Mitteln kommen, beim Musterbeispiel rund 21.000 € bis 25.000 €; der Kaufpreis wird finanziert, weil die Zinsen Werbungskosten sind. Mehr Eigenkapital ist sinnvoll, wenn die Bank es verlangt, die Rate sonst untragbar wäre oder das Einkommen schwankt. Ob Ihr Eigenkapital, Ihr Einkommen und Ihr Steuersatz zusammenpassen, prüft der Kapitalanlage-Check in wenigen Minuten. Die vollständige Rechnung mit 17.500 € Nebenkosten steht im Musterbeispiel.
30 Minuten, per Video oder Telefon, bundesweit. Sie erhalten Ihre persönliche Rechnung in drei Szenarien. Ob Sie danach weitermachen, entscheiden Sie.
Keine Verkaufsveranstaltung, keine Verpflichtung. Provisionshinweis: Bauconsult wird bei Vermittlung vom Verkäufer vergütet.